Zurück aus den USA

Bei unserem siebten Gespräch inter­viewen wir eine Kol­le­gin, Frau T., die in den USA als Lehrerin gear­beit­et hat. Wir sprechen u.a. darüber

  • wie man in den USA eine “gute Schule” find­et,
  • über A-, B- und C-Schulen,
  • über den Umgang mit Tests in der Schule von Frau T.,
  • darüber wie Testergeb­nisse zur Prog­nose von Leis­tun­gen genutzt wer­den,
  • über die Kon­se­quen­zen, wenn Schüler bes­timmte Testergeb­nisse nicht erre­ichen,
  • über das Ver­hält­nis zu Eltern,
  • über ver­schiedene Gehäl­ter und das kol­le­giale Ver­hält­nis,
  • ob die Testerei in den USA das Leis­tungsniveau ange­hoben hat und
  • ob “Bil­dung” unter dem Druck lei­det.

Viel Vergnü­gen!


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Down­load Folge 07 (13 MB)

Hin­weis: Während des Gesprächs fra­gen wir uns, ob die Testerei dazu geführt hat, dass die Schüler­leis­tun­gen gemessen an den PISA-Ergeb­nis­sen bess­er gewor­den sind. In einem Artikel in The Wash­ing­ton Post heißt es für math­e­mat­ics, sci­ence und read­ing lit­er­a­cy: “The U.S. … aver­age score in 2012 was not mea­sur­ably dif­fer­ent than any ear­li­er com­pa­ra­ble time point (2000, 2003, and 2009).”

Link­tipps
John Oliv­er: Stan­dard­ized Test­ing
- Great Schools — Testergeb­nisse und Rank­ing von US-Schulen
Vis­i­ble Learn­ing — Infos zur von Frau Schul erwäh­n­ten Hat­tie-Studie

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vie­len Dank für das Gespräch. Es war wieder ein­mal sehr inter­es­sant. Für mich sind einige Aspek­te des amerikanis­chen Sys­tems vom Ansatz her gar nicht so schlecht:

    1) Leis­tungs­gerechte Bezahlung: Natür­lich darf hier nicht der (ver­meintliche) Lern­er­folg der Schüler als Maßstab gel­ten. Wenn aber Lehrkräfte durch Konzep­tar­beit oder viele Extra­pos­ten an der Schule gute Dien­ste leis­ten, kön­nte man das auch hon­ori­eren. An der Grund­schule gibt es für sowas ja noch nicht­mal aus­re­ichend viele Ent­las­tungsstun­den.

    2) Regelmäßige Diag­nos­tik mit stan­dar­d­isierten Ver­fahren hil­ft dabei, den Lern­fortschritt der Schüler und damit die Wirk­samkeit des eige­nen Han­delns im Blick zu haben. Dies sollte natür­lich nicht eine stan­dar­d­isierte Note zur Folge haben. Aber ich würde mir wün­schen, dass die Bil­dungsmin­is­te­rien der­ar­tige Tests regelmäßig anbi­eten wür­den (auf frei­williger Basis?). Stattdessen müssen Schülen auf Ham­let, HSP und Co zurück­greifen, die unge­mein teuer sind und damit den schmalen schulis­chen Etat belas­ten.
    Vera find­et ja lei­der auch als ein­ma­lige Ver­an­taltung statt. Wieso testet man die exakt gle­ichen Domä­nen nicht auch noch ein­mal im vierten Schul­jahr und prüft, welche Entwick­lung sich durch das eine Jahr ergeben habe. Kon­nten die LehrerIn­nen die Schüler in ihrer per­sön­lichen Entwick­lung weit­er­brin­gen?

    Die Amis übertreiben es aus mein­er Sicht maß­los und erzeu­gen wahrschein­lich vor allem Druck und Unzufrieden­heit. Kein Wun­der, dass sich dort solche Meth­o­d­en durch­set­zen kön­nen: https://www.youtube.com/watch?v=qzUKAsjpuzA

    Aber mein Ein­druck bei uns ist (teil­weise) aber auch, dass wir uns oft Meth­o­d­en und Konzepte berufen, deren Lern­wirk­samkeit nie bestätigt wurde und die man selb­st dann auch selten/nie durch geeignete Werkzeuge über­prüft. Man schimpft dann halt, dass die Kinder nix mehr kön­nten. Vielle­icht gibt es ja einen gesun­den Mit­tel­weg

  2. Hal­lochen,
    Vie­len Dank für dieses Gespräch, das war ja hochin­ter­es­sant (bekommt man in den High­school-Film­chen ja nix mit davon;-))
    Was mir sofort spon­tan ins Ohr und Auge gestochen ist, war die Aus­sage … Den Test wieder­holen, um sich den Stress mit Eltern zu ers­paren. Daraus schließe ich für mich, dass “cle­vere” Lehrer die ganze Tes­teri­tis doch so manip­ulieren kön­nen, bis das Ergeb­nis passt und zu besserem Gehalt führt, bzw. ganze Schulen das Ergeb­nis manip­ulieren kön­nten, um bess­er abzuschnei­den. Wer kor­rigiert die Sachen? Sind das com­put­er­aus­gew­ertete Sachen? Alles ist möglich, nehme ich an.
    So , wie ich schon erlebt habe, das Lehrer bei Ver­gle­ichs-und Ori­en­tierungsar­beit­en schum­meln, um nicht doof dazuste­hen und den Elterndiskus­sio­nen und Feilschereien (bei uns in Brb ins­beson­dere zu den Zeit­en der ZVA 6, die so entschei­dend für den Über­gang waren, bis vor zwei Jahren) zu ent­ge­hen.
    Es ist eine Farce und scheint auch nichts zu brin­gen, die Tes­teri­tis.
    Ich gebe Flo­ri­an in dem Punkt der Bezahlung allerd­ings Recht. Zusät­zlich Auf­gaben soll­ten zu besser­er Bezahlung führen.
    Ich weiß nicht, ob mehr Tests wirk­lich helfen wür­den, die Entwick­lung des Kindes bess­er im Blick zu behal­ten. Ich erlebe regelmäßig, dass Kinder in Tests z.T. ergeb­nisse brin­gen, die sie beim nor­malen Anwen­den des Wis­sens nicht zeigen, z.B. In der Rechtschrei­bung, weil die Test­si­t­u­a­tion etwas anderes ist. Jed­er Test ist mit ein wenig Anspan­nung ver­bun­den, auch ohne Beno­tung.
    Aber auf frei­williger Basis anzu­bi­eten, wäre sich­er eine Option für Lehrer, die das eben möcht­en oder brauchen für ihre Sicher­heit. Es wäre ok, aber ver­mut­lich nicht finanzier­bar, wenn es dann kein­er nutzt … Wie will man das dann recht­fer­ti­gen …

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